
Hören Sie auf, zu viel für Markenheizungen für die Kunststoffverarbeitung auszugeben. Die meisten Spritzgießanlagen sind standardmäßig mit europäischen Infrarotheizungen ausgestattet. Diese Markenprodukte sind zwar hervorragend – und die Leute vertrauen ihnen. Doch das Wichtigste ist: Es ist dem Kunststoff völlig egal, wo die Heizung herstammt. Er braucht einfach nur Wärme.
Wenn wir von inländischen Alternativen sprechen, meinen wir damit keine „billigen“ Ersatzprodukte. Es geht vielmehr darum, eine Heizung zu verwenden, deren thermische Leistung sowie Spektrum genau denen der Originalheizung entsprechen.
Was wirklich wichtig ist:
Wenn Sie eine europäische Heizung durch eine inländische ersetzen möchten, ohne dass die Arbeitszeiten beeinträchtigt werden, können Sie nicht einfach drauflos schätzen. Die Leistung in Watt sowie die Spannung müssen genau stimmen. Selbst eine kleine Abweichung kann dazu führen, dass der Wärmefluss verändert wird. Deshalb achten wir sehr darauf, welche Qualität die Wolframdrahte sowie die Dicke der Quarzröhren haben. Ich habe schon zu viele billige Röhren gesehen, die nicht richtig gebehandelt wurden – sie zerbrachen bereits, sobald die Kühllüfter ansprangen. Das ist wirklich ein Albtraum.
Die richtige Wellenlänge:
In den meisten Fällen benötigen Kunststoffe kurzwelliges oder mittelwelliges Infrarotlicht. Wir verwenden spezielle Beschichtungen, damit die Wellenlänge genau auf den jeweiligen Polymertyp abgestimmt wird. Wenn diese Beschichtung nur um wenige Mikrometer fehlt, haben Sie Probleme. Anstatt dass die Wärme in den Kunststoff eindringt, verbrennt die Oberfläche stattdessen. Achten Sie auch darauf, dass die Steckkontakte fest in den R7- oder SK15-Steckdosen sitzen. Wenn sie locker sind, entstehen Funken – und das führt schnell dazu, dass die Steckdosen beschädigt werden.
Der wahre Kompromiss:
Der Umstieg auf inländische Lieferanten ist sicherlich eine gute Möglichkeit, die Betriebskosten zu senken. Aber seien wir ehrlich bezüglich der Toleranzen. Die hochwertigen europäischen Heizungen haben extrem enge Toleranzen – in der Regel ±5 % bei der Leistung. Unsere inländischen Alternativen liegen eher bei ±10 %. Wenn Sie nur eine Heizung verwenden, werden Sie es wohl nicht bemerken. Doch in großen Heizanlagen können solche kleinen Abweichungen dazu führen, dass es an bestimmten Stellen kälter wird. Das ist zwar kein Problem, aber Sie sollten Ihre PID-Controller so einstellen, dass die Wärmeverteilung optimiert wird.